Wie machen wir das in Erlangen

Eine kurze Schilderung der Funktionsweise der Solawi Erlangen samt aller Kosten, welche auf einen Teilnehmer im Laufe einer Saison bzw. im Jahr zukommen

Stand September 2019

Wie und wann hole ich meinen Ernteanteil ab?

Wir sind mittlerweile ca. 150 Ernteteilnehmer in Erlangen. Wir haben momentan 2 bzw 3 Bauern (2 Sommer- und 1 Winterbauer). Diese liefern uns:

Im Sommer (Mai bis Oktober) freitags 19.00 – 20.00 Uhr.

Im Winter (November bis April) mittwochs 18:00 – 19:00

jeweils Gemüse in unser Depot in der Luitpoldstraße. Dort kann es ab 19.00 bzw. 18.00 Uhr abgeholt werden. Das Depot ist auch an anderen Tagen zugänglich (für Mitglieder), dort nimmst Du Dir dann Deinen Anteil in Eigenverantwortung.

Dein Ernteanteil muss im Prinzip nicht am Freitag bzw. Mittwoch abgeholt werden, Du kannst ihn an beliebigen Tagen abholen. Gelagert wird ja unter Dach und hinter geschlossener Tür.

Lediglich im Sommerhalbjahr wäre ein frühzeitiges Abholen, also am Freitag oder Samstag, wichtig, da frisches Gemüse wie insbesondere Salat sonst schnell unbrauchbar wird und weggeschmissen werden muss. Das möchten wir gerne vermeiden.

Was kostet ein Ernteanteil?

Ein Ernteanteil kostet ab der Wintersaison 2019 / 2020 € 55,– im Monat. Hinzu kommt ein anteiliger Betrag für die Depotmiete von aktuell €8 pro Monat. Die Zahlung erfolgt in der Regel viertel- oder halbjährlich über ein SEPA Lastschriftmandat, in begründeten Fällen können auch andere Zahlungsmodalitäten vereinbart werden.

Die Erntemenge und -art wird allein vom Bauern bestimmt und jede(r) Teilnehmer(in) erhält die gleiche Menge bzw. den gleichen Anteil. Die Mengen kannst Du auf unserer Homepage ansehen (Ernteanteile). Das sind übrigens die wöchentlichen Mengen, welche dort abgebildet sind, d.h. 1 Monat besteht aus ca. 4 x solcher Mengen für €55,–.

Du kannst natürlich mehr als 1 Anteil abonnieren oder, falls 1 Anteil zu viel ist, suchst Du jemanden zum Teilen, entweder privat oder innerhalb des Solawi-Kreises nachdem Du eingetreten bist, hierfür haben wir z.B. Aushänge im Depot). Einige von unseren Mitgliedern teilen eben 1 Anteil, viele nehmen aber auch 2 Anteile.

Was wenn ich einmal meinen Anteil nicht abholen kann?

Jeder ist für die Abholung seiner Anteile verantwortlich. Hast Du vor in den Urlaub zu fahren oder bist Du eine Woche weg? Dann suche Dir jemanden, der Deine Anteile abholt.

Man kann seine Anteile an andere Mitglieder abgeben…

  • als Teilnehmerin hat man ja die Teilnehmerliste samt aller Kontaktdaten
  • Im Depot hängt eine Pinnwand mit vorgedruckten Zetteln speziell für diese Vertretungsfälle
  • das Anbieten per E-Mail-Verteiler geht auch

…oder auch gerne ein Nicht-Teilnehmer z.B. Nachbarn, Freunde, Familienmitglieder. Im Falle von Nicht-Teilnehmern muss die Abholung mittwochs in den regelmäßigen Abholzeiten stattfinden.

Wie ist die Solawi organisiert? Wie kann ich helfen?

Die Solawi Erlangen ist nicht hierarchisch organisiert und alle anfallenden Aufgaben wie z.B. Verwaltung der Mitglieder/Abos, Absprachen mit unseren Bauern, Unterstützung der Bauern am Hof und beim Liefern, Verwaltung der Räumlichkeiten, Weiterentwicklung der Solawi u.v.m. werden ehrenamtlich von den Ernteteilnehmern selbst übernommen. Die Solawi lebt von der Beteiligung und dem Engagement möglichst vieler aktiver Mitglieder. Circa ein Mal im Jahr hat deshalb auch jede(r) Teilnehmer(in) an einem Mittwochabend 17.30 Uhr bis 19.00 Uhr Depotdienst (Bauer helfen beim Abladen, Kisten ausstellen, ggf. aufräumen).

Muss ich einen Vertrag abschließen?

Die Verträge laufen unbefristet und sind jeweils zum 31.10. eines Kalenderjahres kündbar. Im Rahmen der Verträge ist es möglich ganzjährig oder aber nur in der Sommersaison oder nur in der Wintersaison Ernteanteile abzunehmen.

Wie wird entschieden, was es dieser Woche bzw. Saison geben wird?

Die Anbauplanung für die jeweilige Saison findet in rechtzeitiger Ab- bzw. Rücksprache mit uns als Ernteteilergemeinschaft statt (https://solawi-erlangen.de/solidarische-landwirtschaft/unsere-landwirte/biolandhof-alfred-schaller/). Die Bauern genießen mit uns allerdings die volle Freiheit was die wöchentliche Lieferung betrifft und können diese so kurzfristig zusammenstellen wie sie wünschen bzw. wie die Lage am Hof diktiert. Dies ergibt für uns einen schönen „Überraschungseffekt“, da wir im Voraus nicht wissen, was genau wir bekommen pro Woche (das Gesamtsortiment für die Saison ist aber allen bekannt).

Gibt es außer Gemüse noch etwas?

Als Ernteteilnehmer kann man auch die „Extras“ wie das Brot-Abo, das Eier-Abo und das Obst-Abo beziehen, falls gewünscht.

Brot-Abo

Infos zum Sortiment beim Brotabo findest Du hier: Bio-Brot von der Bäckerei Mehl, und zur Herkunft des Brotes hier: Handwerk mit Herz hat ein Zuhause in Hetzles. Kosten: aktuell €18.50 im Monat per Dauerauftrag an die Bäckerei Mehl für ein Brot (wie auf der Webseite abgebildet) pro Woche, Liefertag aktuell ist Donnerstag, das Brot wird (noch warm und lecker duftend) zwischen 10.00 und 11.00 Uhr ins Depot geliefert.

Eier-Abo

Das Eier-Abo (Liefertag Mittwoch) besteht aus 6 Eiern pro Woche, €11,70 pro Monat (auch an unseren Sommerbauern Gerhard, der auch im Winter die Eier liefert). Eine Anmeldung ist monatlich möglich.

Obst-Abo

Unsere Lillinghofer Bio-Obstbauern bringen uns wöchentlich je nach Saison alte Apfel- oder Birnensorten, Mirabellen, Kirschen, Walnüsse, Säfte, Schorlen u.a. Das Obst-Abo (Liefertag Dienstag) kostet bis einschl. Juni 2020 €25,30 pro Monat (zzgl. €25,00 Liefergebühr einmalig pro Jahr). Es läuft ganzjährig von September bis August, wobei auch auch zwischenzeitliche Einstiege möglich sind.

Weiteres

Je nach Saison kommen dann auch Honig und auch Eingemachtes von diversen Solawi-Mitgliedern dazu, gegen Bar-Bezahlung im Depot, ohne jegliche Abnahmeverpflichtung allerdings.

Wie erfahre ich mehr zum Prinzip von Solawi?

Mehr zum Prinzip der solidarischen Landwirtschaft findet Ihr unter diesem Link: Netzwerk Solidarische Landwirtschaft

Selbstverständnis Solidarische Landwirtschaft Erlangen

  1. Unsere Ziele

Die solidarische Landwirtschaft Erlangen (Solawi Erlangen) versteht sich als ein Zusammenschluss von Ernteteilern und Landwirten, die sich in der regionalen und kleinbäuerlichen Landwirtschaft für Nachhaltigkeit und Lebensqualität einsetzen.

Hierfür bilden wir eine aktive Gemeinschaft auf der Basis von Verantwortung, Vertrauen sowie Transparenz, verbunden mit offener und bewertungsfreier Kommunikation und empathischen Umgang miteinander.

Wir möchten für uns und unsere Familien regionale und saisonale Lebensmittel. Die Bauern produzieren nach bio-zertifizierten Richtlinien oder streben diese an. Dies beinhaltet eine kontinuierliche Weiterentwicklung im empathischen und verantwortungsvollen Umgang mit der Gesundheit von Böden, Gewässern, Pflanzen, Tieren und Menschen. Wir möchten, dass die Landwirte und ihre Mitarbeiter ihr Wissen über Nachhaltigkeit und Kulturgüter erhalten, erweitern und weitergeben. Die Solawi unterstützt ihre Bauern dabei.

Wir möchten, dass der Beruf des Landwirts auch in Zukunft möglich und attraktiv bleibt bzw. wird. Unsere Zusammenarbeit ist daher langfristig und verbindlich angelegt. Gemeinsames Landwirtschaften bedeutet für uns Teilung von Risiko und Verantwortung unabhängig vom Ernteerfolg. Wir möchten eine solidarische Gestaltung der Wirtschaftsprozesse auf der Basis gegenseitigen Vertrauens. Um dies zu ermöglichen, werden eine Anbau- und Budgetplanung sowie eine Vollkostenrechnung erstellt.

In der solidarischen Landwirtschaft verstehen wir uns nicht nur als Konsumenten. Wir übernehmen die Verantwortung und bringen uns aktiv in die Gemeinschaft ein.

Dies ist möglich

– Im Depotbetrieb

– In der Teilnehmerverwaltung

– In der finanziellen Abwicklung

– In der Mitarbeit auf dem Hof

– Beim Engagement in den Arbeitsgruppen

– In Öffentlichkeitsarbeit und Bildungsprojekten.

Genauso wichtig ist die Teilnahme an unserer gemeinschaftlichen Willensbildung in den sogenannten „Großen Treffen“.

Wir wünschen uns einen offenen, ehrlichen und wertschätzenden Umgang und Verbindlichkeit aller Beteiligten.

Wir setzen uns außerdem dafür ein, dass die Idee der solidarischen Landwirtschaft und ihre Erfahrungen über unsere Gemeinschaft hinaus verbreitet werden.

2. Netzwerk Solidarische Landwirtschaft

Das Netzwerk Solidarische Landwirtschaft ist ein Zusammenschluss von Menschen mit landwirtschaftlichem Hintergrund und Verbraucher*innen, die sich für die Verbreitung von Solidarischer Landwirtschaft einsetzten. Es versteht sich gleichermaßen als Bewegung, basisdemokratische Organisation und Verband. Das Netzwerk bietet Kontakt- und Beratungsmöglichkeiten sowie regionale und internationale Vernetzung zum Thema Solawi an. Um eine solidarische und umweltschonende Landwirtschaft voranzubringen, steht es mit anderen Organisationen im In- und Ausland im Austausch. Weitere Informationen unter www.solidarische-landwirtschaft.org.

Die Solawi Erlangen unterstützt das Netzwerk und profitiert von diesem.

Stand: Juli  2019

Solawi Erlangen Depot Spielregeln

Stand: April 2017

  1. Der Bauer fährt seine Produkte zum Depot Mittwochs zirka 18h.
  2. Es gibt einen einstündigen wöchentlichen Abholtermin (Mittwochs 18h-19h). Alles, was nicht abgeholt wurde, wird im Depot gelassen für die Teilnehmer, die später Abholen. Wir freuen uns, wenn jede/r versucht zu dieser Zeit zur Abholung zu kommen.
  3. Falls man zu dieser Zeit nicht kommen kann, kann man den eigenen Anteil jederzeit bis zum Anfang des folgenden Abholtermins eigenständig abholen. Die Schlosskombination wird jedem/r Teilnehmer/in bekanntgegeben.

Bei Abholung außerhalb des Abholtermins ist die folgende (banale) Checkliste vor dem Verlassen des Depots zu berücksichtigen:

  1. Hast Du Dich auf der Teilnehmerliste abgehakt?
  2. Ist das Licht im Depot ausgeschaltet?
  3. Ist die Depottür abgeschlossen?
  4. Falls man selber den Anteil nicht abholen kann und eine/n Vertreter/in hat, sollte er/sie zum Abholtermin Mittwochs kommen. Bitte teilt die Schlosskombination mit Dritten nicht.
  5. Anteile, die noch zum folgenden Abholtermin im Depot sind, werden allen Teilnehmern und ggf. anderen Parteien (z.B. Foodsharing) angeboten. Also bleibt im Depot nichts länger als eine Woche, und es wird immer nur eine Abhakliste geben.
  6. Um den wöchentlichen Liefertermin zu organisieren, sollte sich jede/r Teilnehmer/in, sofern es möglich ist, an dem rotierenden Depotdienst beteiligen. Um den Dienst für ein Mittwoch zu übernehmen, trägt man sich in die ausgehängte Liste im Depot ein. Falls man den Dienst übernommen hat, aber ihn nicht ausführen kann, sollte man eine Vertretung finden.

Der Depotdienst hat die Aufgabe:

  • ab 17.45 Uhr bis 19.00 Uhr am Depot zu sein
  • das übriggebliebene Gemüse in die Food-Sharing-Kiste zu stellen
  • unter dem Gemüse Regal/Gestell abzukehren
  • die Waagschalen mit heißem Wasser zu spülen (Boiler in der Küche rechtzeitig einschalten)
  • beim Abladen von Produkten und Austragen von leeren Kisten zu helfen
  • sicherzustellen, dass die Produktzettel leicht zu finden sind und der aktuelle Ernteanteil auf die Tafel schreiben
  • sicherzustellen, dass Produkte von der vorigen Woche Abnehmer finden
  • ggf. Interessenten über die Solawi Erlangen und unsere Funktionsweise zu informieren mittels persönliche Gespräche und/oder Flyers/Blanko-Verträge
  • gerne mal ein Besen in der Hand nehmen  😉
  • sicherzustellen, dass das Depot zu ist und das Licht aus ist.